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Musik ist seit der Erfindung der Menschheit eine nicht mehr wegzudenkende Errungenschaft. Afrikanische Trommeln, keltische Tröten, gregorianische Choräle, traditionelle chinesische Pipa-Laute, Panflöten im peruanischen Hochland, der Rock’n Roll vom Elvis Pressluft, kommunistische Marschmusik und Rap vom Eminem. Diese musikalische Liste liese sich schier unendlich über die gesamte Menschheitsgeschichte fortsetzen. Und auch wir Menschen sind in Bezug auf Musik ganz unterschiedlich gewickelt:

  • Die einen spielen es – die anderen konsumieren es!
  • Die einen hören oft – die anderen zu wenig!
  • Die einen hören bewusst – die anderen am Rand!
  • Die einen zahlen dafür Geld – die anderen bekommen es so!
  • Die einen hören es live – die anderen aus der Dose!

Und beim Wort Dose ist mir etwas aufgefallen. Seit Sony 1979 den Walkman auf den Markt gebracht hat, ist Musik vom Raumklang in den privaten Gehörgang gewichen. Wenn früher wer musiziert, ein Grammophon angeworfen, das Radio eingeschalten, dem Kasettinger gelauscht oder eine Platte aufgelegt hat, dann hat die Umgebung das für gewöhnlich mitbekommen und oftmals drüber beschwert und sehr laut „LEISER“ gerufen oder „NEGERMUSIK“ – was man heutzutage schon allein der Neger wegen gar nicht mehr rufen darf. Es gab zwar schon früher Kopfhörer, aber richtig populär wurde das ganze in den 80er-Jahren durch die Walkman. Quasi die Privatisierung der Musik und vor allem jedem die seine!

Heutzutage ist Musik in aller Ohren und es gibt viele neue Situationen wo wir Musik konsumieren:

  • Der Programmierer sitzt vor seinem Computer und im Kopfhörer läuft zur Entspannng Trashmetal
  • Im Auto dudelt das Radio die Hitparade zwischen den Staumeldungen
  • Die zyklische Warteschleife bei der Hotline lässt auch dich rotieren
  • Im Maxi-Markt kaufanimierende Musik aus der Decke
  • … und dann war da noch die SPORTMUSIK

Ausdauersport ist langwierig und je länger man ihn treibt, umso länger kann man ihn ausüben. Um vom eigentlichen Sport abzulenken, betreiben viele Menschen selbigen mit Smartphone, Kopfhörer und Musik. Der Radlfahrer, der Jogger, der Kajakfahrer oder der Langläufer sind gern „hörende“ Cardiotrainierer. Es lenkt von der Anstrengung ab und die anaeroben Zonen sind zufrieden.

Dann gibt es ein paar Sportarten die tun sich aus physikalischen Gründen schwer musikalisch unterstützt zu werden. Schwimmen zum Beispiel, Boxen, Badminton oder Eishockey. Ich denke die Gründe muss ich nicht extra erklären.

Golf ist komischer Weise völlig „musiklos“ und ich hab nicht die leiseste Ahnung warum! Ich gebe zu, dass mir persönlich beim Golf das naturnahe Vogelgezwitscher und Grillengezirpe lieber ist als jede Art von Musik – aber ich bin nicht die Regel. Auch spiele ich Golf ganz selten allein und ich weiß noch dazu auf meinen Golfrunden immer soviel zu erzählen: Musik würde dabei die Kommunikation schwerst behindern. Aber es gibt (auch wenn nicht gerne gesehen) jede Menge Alleinspieler. Sogar ich, der Golf eher der Menschen denn des Spieles wegen spielt, dreht 2 bis 3mal im Jahr alleinige Runden oder steht allein auf der Driving Range. Musikbegleitung? Bis vor kurzem habe ich daran noch nicht mal gedacht!

Jetzt kann es dafür Gründe geben: So hängen dir die Kopfhörer samt Kabeln in den Ohren. Beim Schwung ist das eher ein Quatsch, weil man leicht an denen hängen bleiben kann, du dich umwickelst und selbst damit fesselst. Scheinbar sind es aber nicht nur die Kabel, sondern viel schlimmer ist der Rhythmus! Der Golfschlag folgt einer eigenen Geschwindigkeit, beim unmittelbaren Musikwechsel von Beyoncé auf Bob Marley hast vermutlich nicht nur einen Knoten im Ohr, sondern auch in der Hüfte! Und stellt euch vor der Hansi Hinterseer singt dir am Stück seine 18 größten Hits – während du 18 Bahnen spielst!!! Der Angriff auf Pearl Harbour nix dagegen!!!

Aber es muss ja nicht der *Dawodia-Hansi sein, vielleicht könnte man ja zumindest beim Jugendtraining im Hintergrund ApeCrime, Bushido oder David Guetta spielen. Doch gerade die Text von Bushido könnten aber für einen konzentrierten Golfschwung kontraproduktiv sein.

Disko rein, Disko raus, Party mit den Fotzen, jeden Tag besoffen und Ari trägt die Kosten!

Je länger ich drüber nachdenke ist es gar nicht so schlecht, dass nicht immer und überall Musik läuft und wir am Golfplatz auf Musik verzichten. Vielleicht ist Golf ja auch deshalb positiv für uns, weil es dort genau gar keine Musik gibt! Multimedialer Overflow im normalen Leben :: Audioverzicht am Golfplatz!

SCHÖNES SPIEL 🙂

*Dawodi-Hansi: Pseudonym für Hansi Hinterseer weil viele seiner Lieder mit Dawodi beginnen. Da-wo-di Blumen blühen, Da-wo-di Alpen glühen, Da-wo-di Liebe hinfällt usw. usf.

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