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Eigentlich hätte ich als praktizierender RedBulls Salzburg-Fan niemals eine Reise nach Malmö antreten dürfen – dafür haben die CL-Quali-Niederlagen in den vergangenen Jahren zu sehr geschmerzt. Aber man soll manchmal über seinen eigenen Schatten springen und so bin ich zur diesjährigen (inzwischen traditionellen) Golfreise mit Vater und 2 Onkelz gen Norden gezogen – nach Schonen wo die Schweden wohnen und vor allem golfen!

Schweden ist ein golfverrücktes Land! Das merkt man daran, dass es hier ungefähr so viele Golfplätze gibt wie in Deutschland – aber nur 10% der Einwohner. Und vor allem hier in Südschweden liegt tatsächlich ein Golfplatz neben dem nächsten und die 6 Plätze, die wir besucht haben waren noch dazu prall gefüllt mit Golfern.

Nachdem es in Malmö vor (!!!) unserer Anreise 3 Wochen lang geregnet hat, war alle Plätze zum Glück grün und die Wasserhindernisse bis unters Dach gefüllt. Wir selbst hatten in der ganzen Woche am Tag nur 7 Minuten Regen – wohlgemerkt nicht am Stück. Für uns Mitteleuropäer ungewöhnlich die langen Tage, denn um 4 Uhr früh war es hell und noch um 23:00 Uhr saßen wir am Hafen im Freien und das bei sowas wie Sonnenlicht.

Die Anreise erfolgte mit dem Flugzeug, welches wir wegen Münchner Autobahnrings-Dauerstau fast versäumt hätten, über Kopenhagen. Mit dem Leihauto ging es dann über den Öresund ins 25 km entfernte Malmö. Seit der Einweihung der Öresundbrücke im Jahr 2000 bildet das schwedische Malmö und das dänische Kopenhagen eine Metropolregion von dem das vermutlich ehemalig langweilige Malmö sehr profitiert hat. Gewohnt haben wir eine Woche lang in einem klassischen Stadthotel im Altstadt-Zentrum von Malmö – Fußweg 2 Minuten zum Stortorget dem Alten Platz. Unmittelbar dahinter der bei Einheimischen und Touristen so beliebten Lilla Torg mit einer breiten Palette von verschiedenen Restaurants – alles, von Sushi bis zum Englisch Pub. Ebenfalls noch in Fussnähe das Malmöhus Slot und der Kungsparken, der in keiner ordentlichen skandinavischen Stadt fehlen darf, weil irgendein König Gustavsson der soundsovielte hat sich dort ein Denkmal errichten lassen, weil er an dieser Stelle vermutlich eine Schlacht gegen die Dänen gewonnen hat – oder umgekehrt. Witziger weise haben sich hier in Malmö die dänischen und schwedischen Könige historisch abgewechselt – sogar die Deutschen Hanseaten waren eine zeitlang am politischen Ruder. Denkmäler haben aber nur die Schweden.

Wurscht wo man sich in Malmö befindet, sieht man das mit 190 Metern aktuell höchste Hochhaus von ganz Skandinavien: den Turning Torso. Hätten wir Zeit gehabt, dann wären wir vermutlich auch raufgefahren. Aber wer hat bei einer Golfreise schon Zeit? So haben wir uns am Tag eher rund um Malmö aufgehalten und besuchen das historisch irgendwann mal viel wichtigere Lund und an unserem golffreien Tag sind wir in das viel interessantere Kopenhagen rübergefahren.

Ansonsten mussten wir natürlich sehr viel Golfen. Ca. 30 Autominuten von unserem Hotel entfernt liegen der 36-Loch-Golfplatz von Bokskogen und (!!) der 45-Loch-Golfplatz PGA of Sweden National. Diese beiden riesigen Anlagen sind selbst nur 5 Minuten auseinander. PGA National beschäftigt aktuell 70 Mitarbeiter! Wirtschaftlich gesehen wäre das in Österreich der ultimative Wahnsinn und ungefähr vergleichbar als wenn allein in Hallwang bei Salzburg 2 Golfplätze mit 81 (!!) Golfbahnen wären – mit nochmal zwanzig weiteren 18-Loch-Golfplätzen in unmittelbarer Nachbarschaft.
Neben den eben erwähnten 81 Bahnen von Bokskogen und PGA National haben wir noch den sehr im Schottland-Style gehaltenen 27-Loch-Golfpladsen von Ljunghusen ganz im Süden bewältigt. Morgen folgt dann noch zum Abschluss das angeblich golferisches Highlight „Bärsebäck“ nördlich von Malmö in der Nähe von Lund!

Bin schon gespannt was uns dort erwartet. Denn bisher hatte jeder Golfplatz seine ökologischen Eigenheiten: Bokskogen hat definitiv ein Wildgänseproblem, die sich dort in den vielen Teichen aufhalten. Damit sie denen nicht die Grüns vollkacken, hat man Stroboskope aufgestellt, die in der Nacht eine nervige Flash-Lightshow abhalten. Im PGA of Sweden waren es Kaninchen und Raben, die sich auf den Fairways vor unseren Bällen geschützt haben. Ljunghusen waren dann die Möven an der Reihe und natürlich der namensgebende Ljung – Heidekraut aus welchem man nicht mehr rausspielen konnte, wenn der Ball mal dort lag.

Am Donnerstag verlassen wir 4 Skandinavien wieder Richtung Heimat. Geniale Reise – mit sehr lässigen Golfplätzen und sehr netten Menschen! Und wir sind ab sofort dazu berechtigt den Titel „Alter (Golf) Schwede“ zu tragen. Weil wir hatten eine Woche lang ein

VACKRA SPELET 🙂

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