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Das britische Gloucester ist eine Stadt auf halber Strecke zwischen Bristol und Birgmingham – unweit der walisischen Grenze. Die dortige Kathedrale von Gloucester hat neben den anglikanischem Gläubigen auch andere Bewunderer: Golfer! Das liegt daran, dass man im Kreuzgang der Kathedrale ein kleines Mosaikfenster bewundern kann, das einen Golfspieler zeigt. Es ist das älteste Bild eines Golfspielers überhaupt und stammt aus dem Jahr 1350.


1350! Von solch einer Tradition kann so manch Snowboarder oder Mountainbiker nur träumen. Wir haben quasi schon gegolft, da war das Rad – geschweige denn das Snowboard – noch gar nicht erfunden! In der Liste der ältesten Sportarten Europas rangiert Golf zwar weit hinter so altolympischrn Dingen wie Schwertkampf, Laufen, Ringen, Diskuswurf, Bogenschiessen und Pferderennen, aber mit 1350 kann man sich als Golfer historisch schon durchaus sehen lassen. In Asien kommen übrigens auch noch ein paar uralte historische Sportarten dazu. Ich denke hier an Kendo, Judo, Karate und sonstiges wo man sich verletzen könnte, es eigentlich nicht möchte und es dennoch tut. Auch hat man in anderen Ländern in Ermangelung eines Pferdes, sich statt auf ein Pferd gerne auf ein Kamel, einen Elefanten oder einen Strauss gesessen und hat sich mit den anderen Reitern gematcht.

Doch zurück zum Golf bzw. zur Religion (weil deshalb simma ja heute eigentlich da!): Unter dem Begriff Religion versteht man eine Vielzahl unterschiedlicher kultureller Phänomene, die den Glauben an eine Welt der Gottheiten oder der Spiritualität beinhalten. Sie beeinflussen unser Verhalten, Zusammenleben, Handeln, Denken und Fühlen und auch die Wertvorstellungen. Im Europa meiner Jugend war das ganz eindeutig christlich geprägt! Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, glaub nur an den einen, flader nix oder begehre nicht eines anderen Weibchen. Wie es aussieht bin ich an allen 4 eben erwähnten Regeln gescheitert, drum haben mich die Katholen vermutlich auch entlassen. Aber Katholizismus ist nur eine Religion von hunderten! Allein in Asien gibt es zig Unterformen von Hindu- und Buddhismus. Tausende abrahamitische Ableger, Naturreligionen vom Pazifik bis in die indianische Prärie. Und nicht zu vergessen Sientologen, Wicca, Amishe, Bahai, Jesiden, Mormonen, Maradonianer und Pastafaries! Alle mit dem Anspruch auf die Wahrheit und das Richtige oder den Richtigen „gefunden“ zu haben – und sei es eine im All fliegende Teekanne.

Weltweit gibt es ca. 60 Millionen Golfer. Für viele ist Golf nur ein nettes Hobby oder wie Mark Twain es einmal bezeichnete: „Ein wunderbarer Spaziergang mit Ärgernissen“. Für einige ist Golf aber eine Religion! Man lebt Golf, man denkt den ganzen Tag daran, man redet nur darüber und dazwischen läuft im PayTV im Hintergrund Golf. Jeder Golfplatz wirkt wie ein Magnet, jede nicht gespielte Runde ist verschenkte Zeit, jede Regenpause eine Katastrophe und der Winter an sich ein halber Weltuntergang.

Etwas aus dem Zusammenhang gerissen hat der kommunistische Urvater Karl Marx einmal geschrieben: „Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüth einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.“ Dazu muss man wissen, dass Marx von 1850 bis zu seinem Tod 1880 in England gelebt hat. Im England dieser Zeit war Opium eine legale Droge – konsumiert vor allem von den von Marx bekämpften Reichen. „Das Volk“, also die Armen, hatten nur die „Religion“, um über Depressionen und sonstiges hinwegzukommen.

Ich brauche Golf nicht um über irgendwelche Depressionen hinwegzukommen, ich brauche dafür auch kein Opium und auch keine huldvollen Gottheiten. Aber wenn ich es mir aussuchen müsste, was von den drei genanten mir als Religion am liebsten wäre, ich denke dann setze ich wie so viele seit dem Jahr 1350 nach Christus auf ein

SCHÖNES SPIEL 🙂

P.S.: Ich habe zufällig einen religiösen Golferwitz gefunden: Gott schickt Jesus auf die Erde, um zu kontrollieren wie sich die Menscheit weiterentwickelt hat. Per Zufallstreffer landet Jesus auf einem Golfplatz und beobachtet dort das Geschehen. Zurück im Himmel fragt Gott: Was hast du erlebt? Darauf Jesus: Es gibt dort einen Sport, da schlägt man einen kleinen Ball und sagt dann „Scheisse“. Danach schlägt man einen zweiten Ball und dann sagt man: „Warum nid glei so?“

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