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Es war ein durchaus schleichender Prozess der unsere Gesellschaft da umgekrempelt hat. Und wenn ich mich recht erinnere, dann hat es mit den Erdbeeren begonnen! Irgendwann Ende der 70er-Jahre hat meine Mum mich auf so ein Erdbeerfeld geschleppt und gesagt, dass man die Erdbeeren hier selber pflücken könne und nicht im Kaufhaus (so sagte man früher zum Supermarkt) kaufen muss. Der Vorteil lag auf der Hand: die Erdbeeren waren frisch und die die man während des Pflückens in sich reinstopfte, bis sie einem bei den Ohrwaschln raushingen, wurden nicht bezahlt! Da haben wir gedacht (also hauptsächlich meine Mum – weil ich konnte ja noch gar nicht so richtig denken), dass die vom Erdbeerland „saubere Dodeln“ sind, weil wir ja am Feld so viele Erdbeeren aßen, die ja dann nix kosten.

Erdbeerland

Im Nachhinein hat sich der Erdbeerfeld-Betreiber aber als ziemlicher Un-Dodel herausgestellt, weil er sich die Arbeiter und deren Lohnnebenkosten gespart hat, weil ja wir Kunden die Erdbeeren selber gesammelt haben. Was ja neben dem Verspritzen der damalig eingesetzten Fungi-, Pesti- und Insektizide mit das Aufwendigste war.

Und weil das mit dem Einspannen der Kunde im Erdbeerland so gut funktioniert hat, haben sie dann alle nachgezogen! Wir durften plötzlich selber tanken, wir durften die Möbel selber zusammenbauen, selbst das Geld am Bankomaten abheben und am Flughafen selber Einchecken. Jetzt hackeln wir selbst und freuen uns drüber, dass wir uns das Essen am Buffet selber holen dürfen, statt das ein ausgebildeter Servierkörper es zum Tisch liefert!

Wo sind sie alle hin die Mitarbeiter die uns da mal bedient haben? Der Tankwaschl, der neben dem Sprit auch dein Öl gecheckt und dir die Scheibe geputzt hat? Der Bankmitarbeiter der dir das Geld gegeben, die Kontoauszüge ausgedruckt hat und sich nach der eventuellen Versicherung von deinem Moped erkundigt. Allein wie oft ich mir einen ordentlichen Tischler beim privaten Zusammenbau von irgendwelchen IKEA-Regalen gewünscht habe, kann ich nicht mehr zählen. Und ich hasse es zutiefst auf einer Skihütte mit den Scheiss-Skischuhen selbst mit Tablett wie in einem Gefängnis von den Kaspress-, zu den Germknödeln und zur Registrierkasse zu rutschen!

Die ehemals wichtigen oft omnipräsenten Mitarbeiter wurden von den Anbietern entlassen. Dadurch dass diese Menschen fehlten, ging plötzlich auch der persönliche Kontakt zu den Kunden flöten oder wurde auf ein Minimum reduziert. Gerade die Banken leiden unter dieser Tatsache, weil wir „Homebanker“ partout nicht mehr in die Filialen reingehen. Dadurch fehlt der Zusatzverkauf und das Upselling! In der Bank, an der Tankstelle, auf der Skihütte oder auch im defacto nicht mehr existenten Reisebüro.

Viele Firmen wären froh, wenn sie ihre Kunden wieder zu Gesicht bekommen könnten! Nicht nur wegen dem eben erwähnten Zusatzverkauf, sondern weil man persönlich ganz anders miteinander umgeht – als sagen wir mal per eMail. Man könnte auf Situationen anders reagieren, man kann bei Problemen schneller helfen oder einfach nur einen spontanen Plausch einschieben.

Bei uns am Golfplatz, wollen wir gerne unsere Golfer zu Gesicht bekommen! Der Platz lädt baulich dazu ein, sich im Büro nicht zur Runde anzumelden, sondern einfach loszuspielen. Dadurch verliert man den Kontakt zu den Mitgliedern, weiß nix über deren Sorgen oder deren Freuden. Man öffnet Schwarzspielern die Tür und wenn mal etwas am Platz passiert (Unfall, Gewitter, Infarkt uä.), dann bekommt man es nicht einmal mit. Meistens kommen nur die Kritiker, die vielen positiven Erfahrungen bleiben außen vor der Tür.

Im Erdbeerland musste ich als Kind einfach nur pflücken, keiner hat sich da für mich interessiert. Ich bin froh, wenn sich am Golfplatz wer für mich interessiert und ein Mensch und kein Do-it-Yourself-Check-In-System mich dort begrüßt. So soll es bleiben! Sonst laufen wir irgendwann Gefahr, dass wir uns die Range-Bälle selber einsammeln, die Grüns selber mähen oder die Toiletten an der Halfway selber putzen müssen.

Golf ist ein Spiel wo das Miteinander hochgehalten wird! Wenn wir es verlernen es gemeinsam zu erleben, dann ist der Golfsport in seinen Grundfesten gescheitert. Dazu gehört das gemeinsame Spiel, gemeinsame Golfausflüge, eine offene Kommunikation, transparente Entscheidungen, Ehrlichkeit und Höflichkeit. Auch deshalb ist Golf ein

SCHÖNES SPIEL 🙂

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