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Ich bin kein großer Wirtschaftsexperte und meine betriebswirtschaftlichen Stärken liegen eher im Außen denn im Innen. Dennoch versuche ich mich auch im innerbetrieblichen System weiterzubilden. Dabei bin ich in einem Buch über folgende Begriffe gestolpert: Muda, Mura und Muri. Sie stammen aus dem japanischen Wirtschaftsjargon und bedeuten, dass ein Unternehmen

  • Muda (Verschwendung),
  • Mura (Unausgeglichenheit) und
  • Muri (Überlastung) bei den Elementen Mitarbeiter, Technik, Methode, Zeit, Arbeitsmittel, Material, Produktionsvolumen, Umlaufbestände, Denkart etc.

vermeiden muss, um erfolgreich sein zu können. Im Einzelnen betrifft dies vor allem Verschwendung durch Überproduktion, hohe Bestände, unnötige Transporte, lange Wartezeiten, schlechte Nutzung der Betriebsmittel, unnötige Vorgänge, Fehler, unzureichende Organisation uvm.

Das bringt mich unmittelbar zum Golf, denn dort haben Verschwendung, Unausgeglichenheit und Überlastung ebenfalls einen negativen Einfluss auf das eigene Spiel.

  • „Muda“ : Für viele Menschen gilt Golf als Zeitverschwendung, weil es für Außenstehende völlig unverständlich ist, wie man stundenlang diesem kleinen weißen Ball nachjagen kann! Der Spruch, dass man Golfspielen dann in der Pension startet, ist schon fast ein Running Gag.
  • „Mura“ : Viele Menschen spielen Golf, um sich vom stressigen Alltag zu erholen. Golf kann ein perfekter Ausgleichssport sein. Betonung liegt auf „kann“! Denn wenn Du gestresst zum ersten Abschlag kommst, im Büro und zu Hause eigentlich jede Menge Arbeit wartet, dann bist du mehr als nur „unausgeglichen“ und dein Spiel wird zum Chaos für dich und deine Mitspieler.
  • „Muri“ : Schlechtes Spiel ärgert dich und du versuchst auf der Übungsanlage an deiner Technik zu feilen. Das kostet Zeit, die du ja eigentlich nicht hast. Du kaufst dir neue Schläger, weil du am Material zweifelst. Schläger kosten Geld, dafür musst du wieder mehr arbeiten. Mehr arbeiten bedeutet wiederum mehr Überlastung. Überlastung führt zu Fehlern. Fehler schaffen Verzögerung und Frustration.

Es ist daher ausgesprochen klug, wenn man Golf nur dann versucht, wenn man geistig und körperlich ausgeglichen ist und nicht überlastet. Jedoch gibt es eine Situation die mich schon seit einiger Zeit belustigt. Selten aber doch passiert auf einer Golfrunde, dass du einen Schlag hast, der den Ball in einer unmöglichen Kurve Richtung Fahne fliegen lässt. Unterwegs trifft der Ball ein paar Äste eines Baumes, die ihn zum Sandbunker vor dem Grün ablenken. Der Ball läuft durch den Bunker durch, den Hang hinterm Sandbunker hoch, kullert aufs Grün und rollt wie von Geisterhand bis auf 20 Zentimeter zum Loch. So wie du ihn weggeschlagen hast, müsste dein Ball eigentlich im nahen Teich oder zumindest im Fichtendickicht liegen. Jetzt liegt er aber neben der Fahne und wartet darauf, dass du ihn im Loch versenkst.

Etwas eifersüchtig hat dein Mitspieler deinen Zufallsschlag beobachtet und kommentiert ihn mit einem der legendärsten Sätze im Golf: „Nicht gut – aber effizient!“ – oder wie der Japaner sagt: 効率

Solche Zufallstreffer sind die ungeplante Würze im

SCHÖNEN SPIEL 🙂

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