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Im Spiegel-Magazin vom 9.7.2016 gab es einen Artikel über „Terrorgefahren im Urlaub“. Auslöser waren die vielen weltweiten Terroranschläge vor allem in den beliebten Urlaubsländern rund um das Mittelmeer. Man zeigte Familien, die lieber an die Ostsee als nach Tunesien fahren, weil man sich vor Anschlägen fürchtet. Der Artikel hat sich inzwischen leider selbst überholt, denn von den Anschlägen bzw. Amokläufen in München, Würzburg oder Ansbach war man damals noch leicht entfernt.

Ich finde wie jeder humanistisch denkende Mensch, dass das was da gerade auf unserer Welt passiert, ein absoluter Wahnsinn ist. Keiner von uns findet mehr die richtigen Worte einer Erklärung. Schlimmer noch – viele von uns resignieren und ergeben sich dem argumentativen Schicksal. Die Schuldigen sind schnell in den Flüchtlingsheimen gefunden. Eindimensionale Betrachtungsweisen nehmen ihren Lauf und unser Zusammenleben gestaltet sich immer komplizierter.

Es fällt schwer in diesen Zeiten über so was Unwichtiges wie Golf zu schreiben. Aber vielleicht sollte es uns bewusst sein, wie privilegiert (wir) Golfer sind, dass wo auch immer auf der Erde 18 Löcher Platz haben, wir eine kleine grüne heile Welt vorfinden. Eine Welt ohne Sprengstoff, ohne Amokläufe, ohne Lastwägen die in Menschenmassen rasen.

Dennoch gibt es auch am Golfplatz Gefahrenquellen und jedes Jahr sterben auf Golfplätzen Menschen. Sei es durch einen Hitzeschlag, einem Herzinfarkt oder aus Altersgründen. Selten aber doch wird man von einer giftigen Schlange gebissen, einem Blitz getroffen oder es fällt wer ins Wasserhindernis. Extrem selten wird man von einem gegnerischen Ball niedergestreckt oder von einem Krokodil oder Nilpferd vom Grün in den nahen Tümpel gezogen und aufgefressen.

Unfall- und Risikostatistiker haben den Tod in eine Messgröße gegeben = MICROMORT. 1 MicroMort entspricht der Wahrscheinlichkeit von 1 zu 1 Million. Als makaberes Beispiel: 13,6 Millionen Touristen waren im ersten Halbjahr 2016 in der Türkei. 15 sind bei einem Terroranschlag gestorben. Die Chance bei einem Terroranschlag in der Türkei ums Leben zu kommen, liegt sohin bei 1,1 MicroMort. Als Vergleich dazu: Im Jahr 2014 gab es in Österreich 430 Verkehrsunfälle mit Todesfolge. Bei sagen wir 7,5 Millionen Einwohner ist die Chance als Österreicher auf unseren Straßen zu sterben bei 57,3 MicroMort!

75% aller tödlichen Unfälle in Österreich passieren aber zu Hause oder in der Freizeit. So weißt die Statistik einen Wert von weit über 200 (!!) MicroMort für Freizeit und Sportunfälle auf. Dabei sind Sportarten wie Radfahren, Bergsteigen oder Skifahren die größten Risikofälle. Auf einem Golfplatz zu sterben liegt weit unter einem MicroMort. Wenn man also selbst nicht ganz so der risikobereite Typ ist, dann wäre Golf ein idealer lebensbejahender Zeitvertreib! Und wenn man unbedingt ein wenig Würze ins Spiel bringen möchte, dann kann man ja während einem Gewitter einfach weiterspielen oder in den Mongrovenwäldern der floridianischen Everglades bzw. am Olympia Golfplatz in Rio de Janerio nach verlorenen Bällen suchen.

Über einen sehr ungewöhnlichen Fall berichtete N-TV im April 2009, wonach auf einem Golfplatz in Japan die Erde plötzlich aufgerissen wurde und eine Golferin in das neu entstandene Loch gefallen und dort ertrunken ist. Jeder der jetzt Angst hat in Japan zu golfen: die Chance, dass dir ähnliches widerfährt liegt bei 0,00063 MicroMort – aber man kann ja nie vorsichtig genug sein!

SCHÖNES SPIEL 🙂

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