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Golfer sind ein reisend Völkchen, weil sie sich aus unerfindlichen Gründen nicht und nicht von den vermaledeiten 18-Löchern trennen können. So kommt es, dass Du auf deinem Heimat-Golfplatz zwar viele Mitglieder triffst, es aber immer wieder externe Spieler auf den Platz schwemmt, die deinen Platz ausprobieren wollen. Ein Golfclub lebt stark von diesen sogenannten Greenfee-Spielern, denn sie bringen nicht nur etwas Geld, sondern dadurch werden Golfplätze zu Treffpunkten für Einheimische und Auswärtige. Und neben dem sportlichen Aspekt, hat Golf eben einen sehr verbindenden Charakter.

Vor ein paar Tagen saßen wir bei uns im Clubheim und hatten eine klassische Runden-Nachbesprechung kombiniert mit aktuellem Tratsch & Klatsch. Am Nachbartisch saßen und aßen ein uns unbekannter 4er-Flight und auch die hatten wie wir deren gerade abgeschlossene Runde zu analysieren. Unsere beiden Tische hatten schon – allein durchs Grüßen – Erstkontakt aufgenommen und neugierig wie wir Golfer sind, fragte dann wer von unserem Tisch: „Wo kommt ihr eigentlich her?“ – „Aus Wien“, antwortete eine Dame aus der 4er-Gruppe ordnungsgemäß. Dann folgte eine Rückantwort von dem Fragesteller, die nur von einem Golfer kommen kann: „Das ist schon klar, dass ihr aus Wien seid. Ich meine, von welchem Golfclub kommt ihr?“ In anderen Worten: es ist völlig Wurscht wo du wohnst, es ist wichtig wo du für gewöhnlich golfst oder auf „Gscheit“: Deine geographische und ethnologische Zugehörigkeit wird deiner Golfclubzugehörigkeit untergeordnet. 

Kleiner Nebeneffekt dieser kommunikativen Kennnlern-Anektote, wir haben unsere beiden Tische zusammengeschlossen und dann zu siebt über Golf, Politik, gutes Essen, Gott und die Welt gesprochen. So lernt man neue Menschen kennen und Golfplätze werden zum überregionalen Treffpunkt.

Vor allem schätze ich den Golfplatz inzwischen als Argument, sich endlich wieder einmal zu treffen. Ich bin beruflich bedingt sehr viel unterwegs und schaffe es nur schwer neben den Business-Terminen auch noch mein privates Netzwerk persönlich zu pflegen. Telephon, Whatsapp und Facebook sei Dank kann man heutzutage wenigstens noch ein wenig partizipieren, ohne sich jeden Tag treffen zu müssen. Aber wem Aug im Aug gegenüberzusitzen ist halt doch was anderes als zu chatten. Und so brutal es klingt, ich verliere den Kontakt zu Menschen, wenn sie keines der modernen Kommunikationsmittel verwenden.

Golfer halten den Kontakt, denn an Stelle von Facebook verbindet uns ein gemeinsames Hobby! Ich habe durch meinen Job vor Jahren einen inzwischen sehr lieben Freund kennengelernt. Mit diesem telephoniere ich regelmäßig, auch weil wir beruflich einige Schnittstellen haben. Wenn wir aber feststellen, dass wir uns lange nicht mehr getroffen haben, dann schlägt rein zufällig einer von uns beiden vor, dass wir doch irgendwann wieder eine gemeinsame Runde Golf spielen sollten … Und siehe da: plötzlich findet sich schon in wenigen Tagen rein zufällig ein freier Nachmittag im Terminkalender wo wir beide in der gleichen Gegend sind! Golf ist ein genialer Grund sich nicht aus den Augen zu verlieren und noch dazu ein

SCHÖNES SPIEL 🙂

P.S.: Apropopo „reisend Völkchen“! Ich begebe mich ab heute wieder auf meine alljährliche 1-wöchige Golfreise. Diesmal treibt es die golfenden männlichen Waltl´s ins tschechische Marienbad! Einen Bericht dazu gibts dann in einer Woche!

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