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Abschlag Nummer 16 im Golfpark Böhmerwald, direkt neben dem schönen Teich. Es ist brennend heiß diesen Sommer, der Schweiss läuft in Strömen und die Sonne wird in spätestens 1 Stunde hinterm Horizont abtauchen.
Gezählte 8 sind gleichzeitig auf mich zugeflogen. Gezählte 3 habe ich sofort erledigt. Der Rest verfängt sich in den Haaren, landet im Gesicht, auf den Armen. Und es kommt laufend Nachschub. Wie ein inneralpiner Schuhplattler tanzt du mit dem 3er-Holz in der Hand am Abschlag. Manche erwischt Du, manche kommen zurück. Sie wollen Dein Blut! Unmöglich hier in Ruhe abzuschlagen. Die Bremsen machen Dich verrückt!

Beim Mistkübel an Loch 12 haben Dich beim Ballwaschen schon eine Horde Wespen attackiert. Auch am Abend dann im Clubheim auf der Terasse bist Du nicht allein unter Golfern. Dort kommen diese Mini-Beiß-Fliegen, die Dir die Unterschenkel zermartern. Und in der Nacht, während du eigentlich von dem sensationellen Sandy-Birdie auf der 11 träumen solltest, raubt dir eine Mücke den Schlaf.

Letzte Woche habe ich an dieser Stelle einige menschliche Zeitgenossen als selbsternannte Krone der Schöpfung tituliert. Heute möchte ich dem ganzen noch einen evolutionstheoretischen Touch geben und die philosophische Frage in den Raum stellen: „ist der Mensch überhaupt noch die Krone der Schöpfung?“

AUTAN und NoBite sei Dank, kann man sich als Homo aspergeriensis (der eingesprühte Mensch) dieser Insekten-Armada noch halbwegs erwehren. Aber mir kommt vor, je mehr ich sprühe, umso resistenter werden sie. Diese verdammten Bremsen sind lernfähig oder sie stumpfen einfach immer mehr ab.

Gehen wir mal ein paar Jahre in der Erdgeschichte zurück. Da haben vor rund 235 Millionen Jahren Dinosaurier in der Größe US-amerikanischer SuperTrucks die Erde bevölkert. An einem Montag 65 Millionen Jahre vor Christus sind sie dann ausgestorben. Meteoriteneinschläge oder erhöhte Vulkanität werden als Gründe angegeben. Danach war Platz für eine neue Nummer 1 und diese waren dann die Säugetiere. Klein – angepasst – schlau. Und die schlauesten aller Säugetiere sind wir: der Homo sapiens!

Es ist schier unmöglich zu denken, aber was passiert mit der Erde, wenn wir Menschen die festländischen Ökosysteme nicht mehr dominieren können? Wenn wir keine Kriege mehr führen, wenn wir keine Regenwälder abholzen, keine Massentierhaltung betreiben, keinen CO2 mehr ausstoßen, keine eigentümlichen Religionen gründen und keine Monokulturen züchten. Wird dann die Erde sagen: ach, wenn der Mensch nimma da is, höre ich auf mich zu drehen?

Natürlich brauchen wir die Erde und nicht umgekehrt. Drum die Frage: Wer folgt uns nach als die nächsten Stars auf diesem Planeten? Ich behaupte es sind die oben genannten Insekten! Vielleicht nicht unbedingt diese Raubtierinsekten die mich am Golfplatz fertigmachen, aber zum Beispiel Ameisen hätten einen gute Chance, sich zur dominierenden Spezies zu entwickeln. Sie werden die Schwarmintelligenz weiterentwickeln und die Erde mit gigantischen Kollektiven überziehen. Sie werden sich zu hochintelligenten Wesen hochevolutionieren und in den Ameisenschulen werden sie dann vom Aussterben der Menschen lernen – aber nicht wegen einem Meteoriteneinschlag, sondern wegen Dummheit.

Und eine spannende Fage wird sein: Spielen Ameisen dann Golf? Wenn ja, dann wünsch ich Ihnen schon heute ein

SCHÖNES SPIEL 🙂

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