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Warum hat ein gemeiner Golfplatz dieser Erde eigentlich 18 Löcher? Warum nicht 20 oder 15 oder 25 oder gar 30?

Ich verwette eine Flasche irischen Whiskey, dass keiner der hier anwesenden Leser (ohne danach zu „Goggeln“) die Antwort weiss. Und bevor ihr selbst die Suchmaschiene anschmeissen müsst, hier die Auflösung:

Als getreuer Leser dieses Blogs ist man inzwischen mehr als ausreichend darüber informiert, dass Golf in Schottland erfunden wurde. Die ersten Golfplätze hatten keine 18 Spielbahnen, sondern richteten sich einfach nach dem Platz den man zur Verfügung hatte.

Einer der ältesten Golfclubs der Welt ist der Golfclub in Bruntsfield (bitte an dieser Stelle nid lachen, denn der Ort heißt wirklich so). Die 18 Bahnen liegen mitten im Zentrum von Edinburgh – als der Platz errichtet wurde hatte er aber nur sechs Löcher, die die royale Gesellschaft spielen konnte. Der Golfplatz in North Berwick hatte sieben Bahnen, in Gullane erst 13, später 15. In Musselburgh nur fünf und dann acht. Eine Runde bestand dort aus zweimal acht, also 16 Löchern. Wimbledon hatte bis 1870 nur sieben, dann zwölf usw.

Im Allerheiligsten des Golf – in St.Andrews – auf dem heute noch existierenden „Old Course“, startete die feine Gesellschaft im eindrucksvollen Clubhaus am Rande der Kleinstadt. Dann trabte man die windige Küste der Halbinsel entlang neun Löcher gen Norden. Und dort stand man dann da und schaute auf den River Eden raus und sagte so einen wichtigen Satz wie „here is the end, isn´t it“ oder „veni – vidi – vici“ oder was man halt so sagt wenn man mit Golfschläger am River Eden steht. Jedenfalls hatten die Schotten keine Lust, ohne zu schlagen ins Clubhaus zurückzulatschen. Also benutzten sie dieselben 9 Bahnen auch auf dem Heimweg, spielten also 18 Holes.

Und da St.Andrews irgendwann die Mutter aller Golfplätze wurde, wurde das zum weltweiten Gesetz und noch heute spricht man auf selbiger ganzer Welt von den FRONT NINE und den BACK NINE oder „OUT and IN“.

So viel zum heutigen Geschichtsunterricht und jetzt zu dem was mich daran nervt. Ich kanns ganz einfach erklären. Mir würden 17 Spielbahnen reichen!

Ich bin heuer schon dreimal zu einem Matchplay angetreten. Matchplay heisst, man spielt gegen einen anderen Golfer oder -rin ein direktes Duell. Ohne jetzt näher auf irgendwelche Handicap-Regeln einzugehen, heisst das, dass wer ein Loch mit weniger Schlägen bewältigt, gewinnt ein Loch.

Benötige ich also auf Bahn 1 insgesamt 6 Schläge und mein Gegenspieler nur 5, dann führt mein Gegner mit 1:0. Bahn 2 spielen wir beide eine 5, dann steht es nach 2 Bahnen immer noch 1:0 weil das Unentschieden nicht gezählt wird usw. Nach 18 Bahnen wird dann einfach ausgerechnet, wer mehr Bahnen gewonnen hat und der oder die zahlt dann das Fanta im Clubheim.

Jetzt kann es natürlich sein, dass der Gegner um ein Vielfaches besser ist als man selber. Dann kann es sein, dass man auf der Spielbahn Nummer 15 schon 4 gewonnene Löcher vorzuweisen hat. Wenn das der Fall ist, dann wird das Spiel abgebrochen, denn auf den noch anstehenden 3 Bahnen (16, 17 und 18), kann der zurückliegende Gegner den anderen nicht mehr einholen. Man sprich hier von  „4 und 3“ (= 4 auf und noch 3 zu spielen). Umgangssprachlich wird dies gelegentlich zu „4 auf 3“ verkürzt.

Was natürlich auch sein kann, ist, dass beide Spieler mit der selben Anzahl an gewonnen Löchern am Ende der 18 dastehen. Jetzt ist es im Golf aber so, dass es kein Unentschieden gibt! Und drum müssen die beiden Kontrahenten von vorne beginnen und die Bahn 1 wieder spielen. Wenn es dort immer noch keinen Sieger gibt die 2 usw. Man nennt dieses Weiterlatschen die Extralöcher. Auf 18 Loch ist somit der höchstmögliche Sieg „10 und 8“ und der knappste (ohne diese komischen Extralöcher) „1 und 0“, wobei man hier einfach „1 auf“ sagt.

Dieses Matchplay ist eines von 2 grundsätzlichen Spielformen im Golf. Bei der zweiten Variante zählt man vereinfacht gesprochen alle Schläge der 18 Bahnen zusammen und vergleicht sie mit den anderen Spielern. Eh auch nett, aber im Matchplay ist es halt der Kampf Mann gegen Mann oder Frau gegen Frau oder oder Mann gegen Frau oder Conchita Wurst gegen Mann oder Team gegen Team usw. und das ist sehr lässig und meistens spannender als das Zusammenzählen. Drum wird im weltbekannten Ryder-Cup auch das Matchplay favorisiert.

Jetzt bin ich eigentlich gar kein so schlechter Matchplayer, weil ich – wenn ich schonmal eine Bahn verhaue – ich schlechtes Spiel schnell vergesse und auf der nächsten Bahn schon wieder voll konzentriert bin. Aber,wie es scheint, habe ein massives Problem auf Loch 18. Denn jetzt ist es mir heuer schon dreimal passiert, dass ich mit einem ausgeglichenen Score von Bahn 17 weggegangen bin. Voll motiviert stand ich dann am 18.Abschlag und mit hoher Konzentration habe ich den Ball dann jeweils einmal ins Gestrüpp, den Wald und ins Wasser geknallt. Alle 3 Gegner haben das Gegenteil zustande gebracht. Nämlich ausgerechnet am letzten Loch deren Zaubergolf auszupacken. Und dann wackelst die Bahn 18 entlang Richtung Fahne und du weisst schon im wackeln, dass das einzige was dich dort erwartet, das hämische Grinsen des Kontrahenten sein wird. Welch ein Hohn, dann auch noch das nonchalante Händegeschüttel und die aufmunternden Worte beim Abgang, dass es eh spannend gewesen wäre. Unsympathisch zum Quadrat!

Ich habe jetzt 2 Lösungsansätze, damit mir das nicht mehr passiert:

  1. Variante: ich starte eine weltweite Unterschriftenaktion mit dem Ziel alle Golfplätze der Erde auf nur 17 Bahnen zu verkürzen oder
  2. Variante: ich gewinne ab sofort einfach schon auf Bahn 17

Vermutlich ist Variante 1 leichter zu erreichen!

SCHÖNES SPIEL 🙂

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