Mein Körper hat viele Nachteile. Dazu zählen unter anderem das Missverhältnis zwischen Gewicht und Größe (ich bin nämlich zu klein),  der nicht mehr zeitgemäße Haarwuchs am Rücken, ein höchst unterentwickelter Geruchssinn, zu kurze Zeigefinger oder die weiß-grauen Haare die an manchen Stellen des Kopfes schon lichter werden.

Aber es gibt auch ein paar Vorteile am waltlschen Körper. Ich höre viel, ich sehe sehr gut, ich habe scheinbar großartige Abwehrkräfte gegen jegliche Krankheit und der wohl größte Vorteil meines Körpers ist: das nicht vorhandene Kälteempfinden.

Während andere noch im Winterpullover am offenen Kamin kuscheln, hupfe ich bereits im T-Shirt durch das Unterholz. Und so habe ich noch weit vor dem Sommerbeginn des Jahres 2015, deren nicht zu wenige Golfrunden in den mir so angenehmen kurzen Hosen und im sportlichen Polohemd absolviert.

Noch weniger am Golfplatz zu tragen ist leider nicht erlaubt. Denn die Golf-Etiquette verbietet das Spiel ohne Oberteil geschweige denn ohne Hose. Sogar die kurzen Hosen waren bis vor wenigen Jahren noch verpönt.
Wenn man sich zum Bleistift Golf-Bilder aus den 80er-Jahren ansieht, dann wird man dort ausschließlich Langhosenträger zu Gesicht bekommen. Aber Charlie Harper und dem Rest der US-Amerikaner sei dank, hat sich das geändert und man kann beim Golf inzwischen getrost die strammen Salzburger Wadeln ins Sonnenlicht drehen. Diese werden dann stundenlang auf der Golfrunde gebräunt – ebenso das lachfaltige Gesicht und die Unterarme.

Was aber bleibt ist das extreme Weiß des Oberkörpers, der Oberschenkel und dessen was so mancher mir nicht wohlgesonnener Zeitgenosse des Öfteren lecken könnte. Diese Teile bleiben katastrophal farblos und unansehnlich. Es entsteht eine einzigartige Körperfarbe in der Mischung aus Harry Belafonte und Boris Becker. Aber eben nicht schön ineinander vermengt. Nein, dieser Becker-Belafonte Mix entsteht nebeneinander: quasi ein körpereigenes farbliches Paralleluniversum. Würde ich mich nach dem Golfsommer quer auf die Straße legen, könnte ich locker als Zebrastreifen durchgehen.

Und da ist es wieder, was uns die Schotten mit der Erfindung des Golf vererbet haben. Ein Erbe aus einer Welt wo an 365 Tagen im Jahr nur an 3 Tagen die Sonne für 7 Minuten durch die Regenwolken schaut. Als Schotte macht man sich übers „Braunwerden“ halt sehr wenig Gedanken!

Hätte Golf (wie die Menschheit an sich) seinen Ursprung in Afrika statt auf den Britischen Inseln gehabt, ich garantiere Euch, wir Golfer wären alle nahtlos braun – aber wer will das schon? Noble Blässe gehört scheinbar zum

SCHÖNEN SPIEL 🙂

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