Schlagwörter

, , , ,

Läufer haben es relativ einfach. Du trägst Turnschuhe, Sportsocken, T-Shirt und eine Laufhose. Mit dieser Grundausstattung kannst Du mit ziemlicher Sicherheit diesen Sport ausüben. Natürlich gibt es inzwischen tausende Accessoires für Läufer, die von der Camelbak-Trinkflasche bis zur Anfeuerungs-iPhone-Applikation reichen. Jedenfalls sind alle Utensilien am Körper und sind normalerweise eher leicht.

Tennisspieler haben heutzutage eine schwere Tasche in der sich die Schläger, Bälle, Handtücher und Diverses befinden. Damit tun sie sich beim Transport des ganzen Zeugs relativ leicht. Beim Sport selber nehmen sie kluger weise den Schläger und die Bälle aus der Tasche und stellen selbige während der eigentlichen Bewegung für gewöhnlich auf eine Bank am Spielfeldrand und spielen los. Radfahrer – ob am Berg oder auf der Strasse – sind schlau genug, die richtigen Klamotten zu tragen und sich auf das Gerät, dass sie bewegen draufzusetzen. Und sogar Skifahrer – die ja nicht unbedingt als die intelligentesten Sportler der Welt gelten – tragen deren Sportgerät an den Füssen!

Alle – Alle Sportarten der Welt: von A wie Armdrücken bis Z wie Zwergenwerfen sind schlau genug, deren Sportgeräte möglichst leicht zu machen oder so zu platzieren, dass sie in der Ausübung nicht hinderlich sind.

Alle Sportarten? Nein – natürlich nicht! Denn wir Golfer sind wahnsinnig genug, dass wir uns ein Equipment von ca. 14 Schlägern zulegen. Diese 14 Schläger packen wir dann zusammen mit ca. 15 Bällen in eine Tasche. Dazu sind in der Tasche dann noch eine Trinkflasche, was zum Essen, was zum Schreiben, was zum Abtrocknen, was zum Bälle aus dem Teich fischen, ein Regenschutz, ein Windschutz, ein Buch in dem die Regeln erklärt werden und jede Menge Kleinzeugs zum Bälle beschriften, Einschlaglöcher korrigieren und nicht zu vergessen die diversen Glücksbringer! Alles zusammen nennen Golfer dann GOLFBAG.

Und jetzt kommt der Gag! Golfer nehmen dieses ganze Glumpert dann mit auf die gesamte Runde! Aber nicht wie man vermuten könnte eine Stunde: Nein, der ganze Quatsch dauert oft 5 Stunden!

 

Und jetzt kommt der Ober-Gag! Ich trage dieses ganze Zeugs auf meinem Rücken durchs Gemüse – nochmal zum mitbuchstabieren: am Rücken! Dabei nehme ich ca. 70 mal mein Golfbag vom Rücken, schlage den nächsten Schlag und hebe die Tasche wieder über einen Rückengurt nach hinten hoch. Die ganze Tasche inkl. Schläger hat ca. so um die 10 vielleicht sogar 12 kg – und ich nehme die Antwort auf Eure Frage gleich vorweg: Ja, ich habe einen Dachschaden!

Zum Glück bin ich natürlich noch ein junger kräftiger Bursche (wehe irgendwer lacht an dieser Stelle!) und ein hoffnungsvolles Nachwuchstalent (wehe irgendwer schüttelt seinen Kopf an dieser Stelle!) und kann diese Anstrengung noch bewältigen. Aber es gibt im Golf schon ältere und gebrechlichere Herrschaften. Diese haben sich dann irgendwann im Laufe der Jahrtausende ein paar Hilfsmittel einfallen lassen, die das unsinnige Schleppen vereinfachen sollen.

Angefangen hat das ganz einfach: Die Adeligen haben sich einen Trottel gesucht, der das Zeugs 18 Löcher lang geschleppt hat. Weil Trottel ein wenig abwertend klingt, nennt man den Trottel im Golf aber nicht nicht Trottel sondern: CADDY! Aber es sind dennoch Trotteln, denn die tragen die Tasche für jemand anderen. Für mich ganz klar, dass sich diverse Monarchien auf die Dauer nicht durchsetzen konnten. Irgendwann sind den Caddys die Golftaschen einfach zu schwer geworden und dann sind sie 1789 Richtung Bastille gestürmt und haben den Adeligen verständlicher weise die Köpfe abgetrennt.

Alle Adeligen dürften die Caddys damals nicht erwischt haben, denn diese haben sich dann überlegt Golf ohne Trotteln zu spielen und ohne, dass sie das Zeug tragen müssen. Die Erfindung des Rades, war zu dem Zeitpunkt schon abgeschlossen und drum hat man die Golfbags auf eigenständige kleine Wägelchen gestellt und festgezurrt. Die Wägelchen haben einen netten Griff, womit man das Zeug nicht mehr tragen muss, sondern ziehen kann! Diese Wägelchen nannten die Golf-Adeligen dann TROLLEY. Linguistisch ausgebildete Personen erkennen hier sofort, dass im Wort Tro-lley noch immer der Wortstamm Tro-ttel steckt, womit man sich in Adelskreisen eine kleine Reminiszenz an die ehemaligen Golftaschen-Träger bewahrt hat.

Mit solch einem Trolley wurde das Golfspiel zwischen den Dünen am Strand von Schottland ein wahrer Genuss; fast wie ein Spaziergang unterbrochen von ein paar Schlägen und mehreren Schlücken aus einer Whiskey-Flasche. Golf wurde erst wieder zum Problem, weil es sich von den britischen Inseln in die ganze Welt ausgebreitet hat. So auch in so hügelige Landstriche wie die Alpen, die Rocky Mountains oder den Himalaya. Ab dem Zeitpunkt taten sich die Golfer nämlich schwer diese Wägelchen zu ziehen, denn wenn du mal 25% Neigung im Gelände hast, dann kann man zwar den Ball hochspielen, aber du musst ja beim Golf dem eben weggeschossenen Ball nachlatschen! Also haben sich die Herren Otto, Diesel und Wankel zusammengetan und beraten, was könnten wir tun, um die Golfbags leichter den Berg hochzubekommen. Sie haben sich auf die Erfindung des Motors geeinigt und selbigen dann an die Trolleys befestigt. Ein paar Jahre später wurde das ganze von Thomas Alva Edison (Handicap 18.7) elektrifiziert und wir nennen diese Dinge jetzt eTROLLEY!

eTrolleys sind natürlich genial, denn nicht nur, dass man die Golfbags nicht tragen muss, nein die Motoren sind teilweise so stark, dass man sich bergauf wie von einem privaten Mini-Skilift nach oben ziehen lassen kann. eTrolleys gibts inzwischen sogar schon mit Fernbedienung, da braucht man sich nicht einmal mehr dran festhalten, sondern der eTrolley fährt in ein paar Meter Abstand hinter dir her.

Gleich im nächsten Schritt wurden die Golfbags immer größer und schwerer, denn man hatte ja jetzt einen Elektro-Trottel, der einem das Zeugs in der Gegend rumschleppte. Und man könnte jetzt meinen die Entwicklung wäre schon zu Ende, denn man hat ja alles schon erfunden! Aber nein, jetzt taten sich ganz andere Schwächen auf:

  1. Wenn es regnete wurde man trotzdem nass,
  2. wenn die Batterie oder der Motor ausfiel, stand man mit dem ganzen Zeugs irgendwo in der Gegend rum und
  3. wurden die Golfer immer älter, hatten vom vielen Spielen ein Hüftleiden und konnten generell nicht mehr so gut gehen.

Was tun – sprach Zeus? Und er lieferte uns die Antwort direkt aus dem Olymp in Form des: GOLF-CARTS! Golf-Carts sind kleine Autos für normalerweise 2 Personen. Sie haben ein Lenkrad, einen Vorwärts- und einen Rückwärtsgang, ein Dach, eine Sitzbank, eine umklappbare Frontscheibe und hinten eine Öffnungen wo man 2 Golftaschen draufstellen kann. Diese Golfcarts haben so um die 5 PS und kosten ca. € 10.000. Da keiner von uns gerne € 10.000 für so ein 20 km/h langsames Ding ausgeben möchte, kann man sich diese CARTS direkt bei den Clubs gegen Gebühr ausleihen. Und damit ist Golf endgültig im Zeitalter der Mobilität angekommen. Man fährt mit einem Auto durch die Gegend, steigt hin und wieder aus, um nach einem Ball zu schlagen und fährt bergauf und bergab, ohne auch nur einen Tropfen Schweiss zu verschwitzen.

Und jetzt fragt Ihr Euch sicherlich, warum trägt der Waltl dann sein Golfbag trotzdem: wenn es eh so hilfreiche Dinge wie Caddy, (e)Trolley und Cart gibt?
Ganz einfach: ich sehe Golf nach wie vor als Sport und durch das Tragen des Bags wird das Ganze erst anstrengend. Zugleich tue ich was für meine (durchs viele Autofahren) degenerierte Rückenmuskulatur! Und so bleibe ich – solange ich es mir körperlich noch zumuten kann – mein eigener Trottel!

SCHÖNES SPIEL 🙂

Advertisements