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Bitte mich nicht falsch zu verstehen: ich bin alles andere als fremdenfeindlich. Bei mir zählen Werte wie Ehrlichkeit, Spontanität und Lachen mehr als alles andere. Und ob wer schwarz oder weiss, In- oder Ausländer ist, deutsch oder anderssprachig ist, ist mir ziemlich conchita (wie man in diesen Zeiten zu sagen pflegt). Vor ein paar Tagen wurde mir nach langer Zeit die seltene Ehre zu teil, wieder einmal gegen einen richtigen „Super-Piefke“ Golf zu spielen. Und da kann man kurzfristig schonmal fremdenfeindlich werden und alte Ressentiment aus einer längst vergangenen Zeit kommen wieder zu Tage!

Als ich im Jahre 1990 (also kurz nach dem 2.Weltkrieg) meinen Wehrdienst geleistet habe, hatte Österreich keine wirklichen Feinde mehr, denn der kommunistische Osten ist rund um uns herum gerade zusammengebrochen. Und unser lieber Alois Mock kam mit dem zerschneiden von irgendwelchen Zäunen und eisernen Vorhängen gar nicht mehr nach. Dennoch mussten wir Buben (Mädels durften damals leider noch nicht) zum Militär und mussten die Alpenrepublik ja gegen irgendwen schützen – jetzt wo der Feind im Osten sich frecherweise aufgelöst hatte.

Gemeinsam haben wir uns dann dazu entschlossen uns gegen den „Nordfeind“ auszurichten – inoffiziell, denn das durfte man öffentlich ja gar nicht sagen, denn wir hatten ja damals noch viele deutsche Touristen bei uns in Österreich! Nicht so wie jetzt wo mehr Araber, Chinesen und auch der ehemalige Feind aus dem Ostblock bei uns zu Besuch ist! Im Jahre 2006 haben sich die Deutschen dann endgültig zu den Lieblingen der Massen gemacht. Weil sie A. eine Fussball-WM bei Freunden ausgerichtet haben und B. gleich auch noch die Italiener haben gewinnen lassen! Österreich war nicht dabei – aber wer will schon zu einer WM, wenn man 2 Jahre später selber eine Fussball EM ausrichten darf? Wir waren übrigens noch gastfreundlicher als die Deutschen und sind gleich in der Vorrunde ausgeschieden … und das verzeih ich dem Hicke-Hacke NIE!!!

Auch wenn jetzt viele Araber nach Zell am See kommen, Deutschland ist und bleibt unser Lieblings-Nachbar! Heute möchte ich Euch aber einmal die 20 wichtigsten Gründe zeigen, warum es besser ist Österreicher anstatt Deutscher zu sein:

  • Du lernst schon in der Fahrschule, dass man im Winter mit Sommerreifen keine Alpenpässe überqueren kann, nur weil man Allrad hat.
  • Apropos Winter: Du kannst Skifahren; und schaffst es überdies auch noch in den Sessellift ein- und auch wieder auszusteigen, ohne dass der Liftwart die gesamte Anlage wegen dir anhalten muss.
  • Du trägst Skischuhe und nicht Skistiefel und kennst den Unterschied zwischen Sessel und Stuhl!
  • Auf Fernreisen hat niemand Vorurteile gegen dich, weil noch nie jemand etwas von deinem Land gehört hat, aus dem du kommst.
  • Du kannst über die Deutschen schimpfen – aber trotzdem VW, Opel, Audi & Co. fahren und sogar ein GTI Treffen veranstalten.
  • Niemals wirst du bei einer Fussball-Europameisterschaft den bitteren Schmerz einer vorzeitigen Niederlage spüren müssen – wir fahren erst gar nicht hin ausser wir veranstalten sie selbst.
  • Daniel Kübelböck und Dieter Bohlen sind NICHT deine Landsleute.
  • Holländer fahren höchstens 350 km durch dein Land.
  • Du kannst „Kaffee“, „Chance“, „Giraffe“, „Chemie“ und „Michelin“ richtig aussprechen.
  • Und, viel wichtiger: Du kannst „nein“ sagen, ohne schon beim zweiten Buchstaben zu kapitulieren.
  • Du kannst ausserhalb der Karnevalszeit auch deinen Spass haben – noch dazu unorganisiert.
  • Du kriegst ein Schnitzerl auch ohne Tunke runter.
  • Das einzige österreichische Atomkraftwerk strahlt nicht!
  • Du gehst ´in die Arbeit´ und nicht ´auf Arbeit´.
  • Mit einer klitzekleinen Transitkundgebung kannst du ganz Bayern lahmlegen.
  • Unser Fussballteam ist nicht unmittelbar mitbestimmend für die allgemeine national Wirtschaftslage!
  • Du lässt die Sau immer und überall raus, und brauchst dazu nicht extra Urlaub auf dem Ballermann.
  • Du kennst nicht nur den Unterschied zwischen Schmäh und Humor, sondern hast auch noch zumindest ein bisserl von beidem.
  • Alle Welt glaubt, dass Beethoven Österreicher war; Hitler aber ein Deutscher.

Zum Glück gibts nicht mehr ganz so viele Super-Piefkes und die Chance einen solchen zu treffen ist gering. Aber manchmal tritt man sich einen ein … und am Golfplatz ist man ihm dann 18 Löcher lang ausgeliefert! Na wenigstens habe ich gewonnen – wichtig für das minderwertigkeitskomplexbelastete österreichische Selbstwertgefühl!

SCHÖNES SPIEL 🙂

P.S.: … und wie sollte es anders sein? Ein sehr netter bundesdeutscher Kollege hat mich darauf hingewiesen, dass die obige Liste nur aus 19 statt aus 20 Punkten besteht. Ein Schelm wer denkt, dass ich das mit Absicht gemacht hätte!

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