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Die unter Euch die mich etwas besser kennen, wissen, dass ich neben Golf noch eine zweite grosse sportliche Leidenschaft habe: Fussball! Meine Karriere als aktiver Fußballer war relativ kurz und sieglos. Genauer gesagt habe ich als Kind zwei Saisonen beim USK Piesendorf bei den Miniknaben und Knaben (so nannte man die U8 und die U10 damals in der Zwischenkriegszeit) gespielt. An einen Sieg kann ich mich nicht erinnern, kann aber sein, dass mir die Würschtl, die wir damals immer nach dem Spiel bekommen haben, wichtiger waren als der Sport!

Dagegen lässt sich mein Karriere als passiver Fussballzuseher durchaus sehen. Als Fan von Austria Salzburg und in weiterer Folge von Red Bull Salzburg habe ich schon einige sehr geniale Spiele live miterleben dürfen. So kann ich unter anderem auf einen Besuch beim UEFA-Cup-Finale 1994 in Mailand verweisen! Neben den Salzburgern gibts noch eine hohe Affinität zum HSV und natürlich zur Nationalmannschaft, die mich beide seit einigen Jahren mehr und mehr verzweifeln lassen.

Zusammenfassend möchte ich von mir behaupten, dass ich kein wirklich guter Kicker war und bin. Aber wie viele andere die neben mir in den diversen Stadien sitzen, habe ich extrem viel Ahnung von dem Sport und kann lautstark aber durchaus höflich den Schiedsrichter über seine Fehlentscheidungen informieren („Schiri du Voikoffa!“).
Sprich: im Stadion sitzen sicherlich mehr nicht-fussballspielende Zuseher als fussballspielende Zuseher. Sprich (nochmal): man muss selber nicht wirklich Fussball spielen können, um den Sport zu lieben.

Das absolute Gegenteil davon ist Golf! Ich kenne keinen einzigen Nicht-Golfer der sich im Fernsehen zum Beispiel den Ryder Cup ansieht oder nach Atzenbrugg zu den Austrian Open fährt. Nur Golfer sehen anderen beim Golfen zu!

Jeder Golfclub versucht regelmäßig und verzweifelt Nicht-Golfer auf den Golfplatz zu locken. Ich habe schon von der Idee gehört, dass man auf Bahn 18 eine Tribüne aufbaut, wo dann die Nicht-Golfer den Golfern zusehen können, wie die auf das Grün schlagen und dort dann den Ball ins Loch putten! Sogar für eine Golfer ist diese Spielsituation ungefähr so spannend wie 4 Meter Feldweg. Wie langweilig muss denn das erst für einen Nicht-Golfer sein? Eine andere Schnapsidee war, dass bei einem Golfer-Nicht-Golfer-Turnier (ja sowas gibts) der Nicht-Golfer dem Golfer das Bag tragen darf. Die Idee war vermutlich, dass sich der Nicht-Golfer A. an dem tollen Spiel des Golfers ergötzen soll und B. sich einen Bruch heben darf! Das wird natürlich jeden Nicht-Golfer sofort zum Golf animieren!

Wie ihr als Leser dieses Blogs wisst, war ich heuer im Juli in Schottland und habe dort unter anderem die Scottish Open in Castle Stuart besucht. Man kann sich das als Nicht-Golfer gar nicht vorstellen, aber dort haben sich wahre Menschenmassen zwischen den Bahnen und den Profispielern getummelt! Es wurde gejubelt und gefeiert was das Zeug gehalten halt! Das einzige was man den ganzen Tag jedoch nicht gehört hat waren Pfiffe oder Buh-Rufe! Auch dann nicht, wenn einer der millionenschweren Superstars einen Mini-Putt verschoben hat. Würde im Fussball einer der Star-Kicker unten am Rasen den Ball aus 3 Metern Entfernung über das Tor schiessen, dann würde ein Pfeifkonzert unter den Zusehern losbrechen und sowohl der Spieler als auch seine nahe Verwandtschaft würden mit Schmährufen und Schimpftiraden überhäuft.

Beim Golf gibts kein Gepfeife und Gebuhe von den Zuschauerrängen. Denn die Zuseher sind ja alle selber Golfer und jeder Golfer hat selbst schon einen Mini-Putt verschoben. Wir Golfer Buhen nicht – wir haben Mitgefühl!

SCHÖNES SPIEL 🙂

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