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Beim Golf sind alle gleich … manche sind jedoch Gleicher! So gibt es ein paar Privilegien die man sich mit Geld nicht erkaufen kann. Dazu gehören so unerreichbare Dinge wie das grüne Jacket von Augusta oder der exklusive Parkplatz des Clubmeisters. Ein weiteres Privileg ist der „frühe Abschlag“ bei Turnieren.

Dazu muss man wissen, dass die Einteilung der Flights für Turniere nach dem individuellen Handicap der Spieler gemacht wird. So haben jene Personen die ein niedriges Handicap haben, das Vorrecht früher als der Rest ins Turnier zu starten. Das wiederum hat den Vorteil, nach der Runde in aller Ruhe Duschen zu können, ein Nachmittagsschläfchen zu halten oder daheim den Rasen zu mähen. Danach kann man erholt und gutriechend zur Siegerehrung gehen, um sich dort die erspielten Preise abzuholen.

Der golfende Pöbel – wie ich – wartet am morgen brav bis die Creme de la Creme abgeschlagen hat und kämpft sich danach zeitversetzt durchs Gebüsch. Jetzt hatte ich vor einiger Zeit die Ehre weiter vorne – im dritten Flight – abschlagen zu dürfen. Die Ehre wurde mir zu Teil, weil ich weinend im Clubsekretariat gestanden hatte und eine Marien-Erscheinung und mehrere Schüttelkrämpfe vorgetäuscht habe. Wäre ich eine Frau, hätte ich einfach irgendwem schöne Augen machen können, aber als Mann muss man da eben härtere Massnahmen ergreifen!

Aber es wird mir eine Lehre sein! Nicht nur weil ich natürlich gegen die beiden Mitstreiter ausgesehen habe, wie wenn ich zum ersten Mal einen Schläger in der Hand halten würde, sondern auch, weil es da vorne keinen wirklichen Spass macht! Je weiter hinten man startet, umso weniger ist der Sport wichtig. Da wird viel mehr über den neuen Clubmanager gesprochen, das Gspusi vom Head-Greenkeeper, den eigenen Rausch bei der 20-Jahr-Feier oder wie es sein kann, dass die eine Hübsche – die erst seit kurzem im Verein ist – mit ihrem hohen Handicap plötzlich so weit vorne starten darf. Hin und wieder wird sogar vom Job gesprochen und schon bei Loch 4 werden die Visitenkarten getauscht. Das beste sind aber die „Side-bets“; also jene Wetten, die außer Konkurrenz durchgeführt werden: LAST IN, SHORTEST DRIVE und LADY.

Vorne bei den „Guten“ sind diese Dinge allesamt verpönt! Da wird nur über „Golf“ gesprochen – fanatisch und ehrgeizig! Eins weiß ich sicher: beim nächsten Turnier starte ich wieder in meiner Klasse … dort ists um einiges lustiger und ich habe vielleicht einen oder eine dabei, der oder die noch schlechter sind als ich.

SCHÖNES SPIEL 🙂

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