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Was Brasilien im Fussball, Japan für Sumo-Ringer und Österreich für die Skifahrer ist Schottland für alle Golfer. Es ist das Mekka, das Zentrum, dort muss er zu finden sein – der heilige Gral und jeder Golfer der irgendwas auf sich hält, wird in seinem Leben einmal dorthinfahren und diese Luft schnuppern, den Rasen befühlen und sich über diesen beschissenen Wind und den Regen ärgern. Nachdem ich 2012 schon einmal dort war (wohlgemerkt nicht zum Golfen!), bin ich diesmal mit Vater und Göd gen Nordwesten aufgebrochen, um mit Ball und Schläger dieses Land zu erkunden. Gespielt haben wir in Castle Stuart, Royal Dornoch, Boat of Garten, DunbarFortrose, CraigiehillPitlochry und wenn ihr zufällig genau jetzt diesen Beitrag lest, dann werdet ihr mich in Narin live über die Webcam sehen können. Von 11. bis 14.7.2013 fanden in Castle Stuart die diesjährigen Scottish Open statt. Anton, Josef (aka. Erni) und Stephan Waltl waren am Samstag – dem sogenannten „Moving Day“ – live dabei. „Moving Day“ heisst das übrigens deshalb, weil bei diesen 4tägigen Profi-Golfturnieren am dritten Tag in der Regel wichtige Entscheidungen fallen. Wer nach drei Tagen führt, hat größte Siegchancen. Am Samstag wird aber oft das gesamte Leaderboard kräftig durchgeschüttelt und es kommen Spieler nach vorne, die man an den ersten zwei Tagen nicht auf dem Zettel hatte. Andere Golfer verspielen am Moving Day alle Chancen. Wir haben unsere Chance genutzt und nach Phil Mickelson & Co. am Dienstag diesen sensationellen Platz zu spielen. Dafür darf man dann pro Person € 215 an Tages-Greenfee bezahlen – zugegeben happig, aber sowas macht man halt nur einmal im Leben und ich gebe zu: es war ein sensationelles Erlebnis! Und auch alle anderen Plätze waren das Geld wert! Noch dazu war ich live dabei als mein Vater im altehrwürdigen Royal Dornoch auf Loch 6 ein Hole in One geschossen hat! Das Grinsen hat er den ganzen Tag und den Abend nicht mehr wegbekommen!

Noch einen Ausdruck möchte ich heute erklären, der mich in den letzten Tagen sehr stark beschäftigt hat: „LINKS COURSE“. Links-Kurse sind nicht wie man vielleicht meinen mag Plätze auf denen man mit statt im Gegen den Uhrzeiger spielt oder die Schläger in der linken Hand tragen muss, nein als LINKS bezeichnet man jene schottischen Küsten-Plätze mit ihren typischen Dünen, die das Spiel hier so verdammt schwer machen. Bei LINKS handelt es sich ursprünglich um einen Landstrich, der durch Sandhügel, niedrige Bodenqualität und langes dickes Gras charakterisiert war bzw. immer noch ist. Das Land wird als wenig nützlich betrachtet und so wurde es oft zum Weiden von Nutzvieh, beispielsweise von Schafen, genutzt. Wie Nutzvieh kam ich mir auch manchmal vor, wenn ich in diesem meterhohen Gras und in diesen metertiefen Pott-Bunkern gestanden bin und versucht habe meinen Ball wieder in die gemähte Zone zurückzuschlagen.

Ein weiteres Charakteristikum für Links-Kurse liegt darin, dass das neunte Loch am weitesten vom Clubhaus entfernt liegt – man spielt die ersten neuen Löcher hinaus (out) und dann wieder hinein (in). Das mit dem weit entfernten Clubhaus weiss man spätestens dann, wenn man am 9er-Loch aufs Klo muss.

SCHÖNES SPIEL 🙂

P.S.: Mit dieser Schottland-Reise weiss ich übrigens wer auf diese bescheuerte Idee mit diesen Golf-Bunkern gekommen ist! Das sind nichts anderes als Ausbuchtungen in den Dünen, in denen sich früher die Schafe vor dem Wind versteckt haben!

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