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Da mein offizielles Büro in Zell am See ja in Wirklichkeit nur ein Briefkastenfirma ist (und das direkt beim Anwalt!) ist mein eigentliches Büro: mein Auto. Und jeder, der wie ich so seine 75.000 km im Jahr im Auto verbringt, weiss, dass es dann in diesem Fortbewegungsmittel mit der Sauberkeit nicht immer alles ganz so tip-topp ist wie bei Fräulein Rottenmeier aus Frankfurt. Da liegen schonmal leere Trinkflaschen, Verpackungsmaterial vom McPlastik, verdörrte Nadeln von der letzten Kranzlieferung (Oma|Planki) in der Gegend herum. Und das ewige Golfbag Rein&Raus nimmt dann doch immer ein bisschen Erdreich von den Golfplätzen des Alpenraums mit in meinen Mazda. Um Anfeindungen gleich im Keim zu ersticken: Nein ich bin kein Schmutzfink, aber immer geht es sich halt nicht aus, alles sofort zusammenzuräumen. Zugleich denke ich – wenn ich so in die Autos der Kollegenschaft blicke – ist es bei den anderen auch nicht immer alles so 100% „supersauber„.

Anders ist das Sauberkeitsverständnis scheinbar aber am Golfplatz:

  • Da werden die Einschlaglöcher am Green ausgebessert (inkl. der Beschwerde, dass die anderen Spieler das ja scheinbar nie machen),
  • da werden Bunker mit der Millimeter-Genauigkeit einer Grader-Maschine gerechent,
  • für die Rückholung der ausgeschlagenen Graswasen werden jederzeit viele Schritte vor und zurück in Kauf genommen
  • und wenn man sich die intensive manuelle Pflege des Schlägermaterials nach der Runde ansieht, dann könnte man meinen, der hier tätige Golfer habe zu Hause keine Geschirrspülmaschine, sondern wasche auch dort alles immer höchstpersönlich und mit geübter Hand.

Der Sauberkeit sind beim Golf keine Grenzen gesetzt und die gegenseitige Beobachtung, wie fahrlässig andere mit Pitchmarken, Grasnarben und Bunkerflächen umgehen, lässt einen nur wehleidig den Kopf schütteln. Der Sauberkeit zu Hause, im Büro, im Auto oder im eigenen Garten steht diese Gründlichkeit am Golfplatz diametral entgegen. So mancher Golfer (wäre er nicht verheiratet) würde im eigenen Unrat ersticken und so mancher Chef im Büro, wäre ohne seine Sekretärin nicht in der Lage sich selbst einen Kaffee zu kochen.

Aber am Golfplatz da legen wir persönlich Hand an – den Golf ist ja bekanntlich harte Arbeit … und wir alle Arbeiten hart dafür diesen Sport in unserer raren Freizeit ausüben zu dürfen!

SCHÖNES SPIEL 🙂

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