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Sogar ein Großteil aller Nicht-Golfer weiß, dass es Eisen-Schläger gibt und Holz-Schläger. Grundsätzlich ist das natürlich Quatsch, denn diese Holzschläger haben kein einziges Molekül Holz mehr an sich und die Eisenschläger sind sowas von Anti-Eisen wie ein Fru-Fru. Die Erklärung liegt wie so vieles im Golfsport in der – ach so traditionsreichen – Vergangenheit. Einzig wichtig für den Golfer: auf diesen Dingern sind Nummern eingraviert! Und jetzt gibt es drei Regeln:

  1. je niedriger die Nummer, umso weiter schlägt man!
  2. die Holz sind schwieriger zu treffen, dafür fliegen die geschlagenen Bälle weiter
  3. das zumindest der Wunsch!

Ein „Eisen 9“ ist hoch und kurz. Ich komme damit so um die 90 Meter – vorausgesetzt ich treffe den Ball! Manchmal fliegt er auch nur 10 Meter, dann habe ich nicht den Ball, sondern den Rasen darunter getroffen. Aber das passiert nur ganz ganz selten.

Ein „Holz 1“ – umgangssprachlich als „Driver“, „Big Berta“ oder „Unsympatler“ bezeichnet, ist das Ding mit dem der Ball extrem weit fliegt. Es kann aber sein, dass der Ball unterwegs rechts oder links abbiegt. Da ist dann meistens der Wind schuld oder weil der Stand am Abschlag heute so schief ist. Wichtig: der Golfer selbst ist eigentlich nie schuld! Auch wenn man mit dem „Holz 1“ sicher an die 250 vielleicht sogar 350 Meter schlagen könnte, schlage ich manchmal auch nur 10 Meter! Und auch wenn nur ein sommerliches Lüftchen weht – in genau dem Moment dürfte mein Ball von einem karibischen Hurrikan erwischt worden sein, denn ich habe überhaupt keinen Fehler gemacht!

Jetzt gibt es noch ein paar Spezialschläger in so einem Golfbag. Die heißen PW und SW.
PW steht für Pitching Wedge (45° Neigung) und SW für Sand Wedge (55° Neigung). Wedge heißt übersetzt „Keil“ und auch wenn die beiden Dinger nicht wie ein Keil aussehen, funktionieren die so! Wenn man den Ball trifft, dann steigt der extrem hoch und nicht weit: was bedeutet, dass er an der Stelle liegen bleiben könnte an der er gelandet ist. Idealerweise direkt bei der Fahne oder im Loch! Das ist leider oft nur ein Wunschtraum, denn in Wirklichkeit fliegt der Ball nicht hoch, sondern man kommt mit dem Keil nicht drunter und trifft den Ball mit der Schlägerkante und der zieht ab wie Schmidt´s Katze oder wie mit einem Eisen 3.

Der Spannenste von allen Schlägern ist aber der LW! Da gibt es 3 Arten:

  1. den klassischen LOB WEDGE (LW) mit 60° Neigung
  2. den ULTRA LOB WEDGE (ULW) mit 65° Neigung
  3. den LEDER WEDGE (LeWe) ohne jegliche Neigung!

Dieser LEDERWEGDE ist eigentlich gar kein Schläger sondern ein Spezialschlag und der wird oftmals gar nicht mitgezählt! Zum Einsatz kommt er meistens dann, wenn man seinen Ball an einer ganz ungewöhnlichen Stelle findet: zwischen zwei Büschen, im tiefen Gras oder dort wo man einen schlechten Stand hat. Dann tut man so, wie wenn man den Ball nicht sieht, lenkt den Gegner ab (indem man ihn zum Ballsuchen ganz an eine andere Stelle schickt) und dann kickt man mit dem Schuh ganz fest gegen den schlecht liegenden Ball, sodass er an eine viel einfacher zu spielende Stelle kullert. Wichtig ist, dass man dann noch ganz überrascht tut und sagt: „na dort hätt ich ihn ja gar nicht vermutet“ oder „schau an, ist doch so weit geflogen“!

Wichtig für alle Nichtgolfer: Golf ist das Spiel in dem am meisten betrogen wird und jeder Golfer hat es mindestens schon einmal getan! Aber es muss nicht sein – viel besser ist, wenn man sich den „Lederwedge“ vor dem Spiel mit seinem Gegner offiziell vereinbart. Zum Beispiel: pro Runde darf man zweimal den Lederwedge treten und er wird wie jeder andere Schlag gezählt – aber straffrei! Einzige Ausnahme sind Fusstritte aus dem Bunker – aber auch nur deshalb, weil man sonst Sand in die Schuhe bekommt!

SCHÖNES SPIEL 🙂

P.S.: Umgangssprachlich nennt man das Lederwedge auch „italienischer Caddy“ – aber das ist politisch nicht korrekt, drum schreibe ich das nirgends hin!

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