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Um die Situationen für alle Golfer einheitlich zu regeln, gibt es ein offizielles Regelwerk mit derzeit 34 Golfregeln. Diese Golfregeln werden gemeinsam vom 1754 gegründeten Royal & Ancient Golf Club of St Andrews (R&A) – the Home of Golf und der United States Golf Association (USGA) herausgegeben und für gewöhnlich alle vier Jahre überarbeitet.

34 Golfregeln klingt im ersten Moment gar nicht so aufregend – einziges Problem es gibt gefühlte 996 Sonderregeln und Spezialitäten, die alle nur noch so erdenklichen Besonderheiten erläutern. Und am Golfplatz gibt es nix, was es nicht gibt.

Ein Beispiel: Ein Kollege hat sich einmal selbst den Ball ins eigene Golfbag geschlagen! Was tun? Golfbag umdrehen, Ball rausschütteln und dort schlagen wo der Ball ist? Zieht das einen Strafschlag nach sich oder gar zwei? Oder muss man warten bis der Ball sich selbst durch das Golfbag durchmodert, nur dass man keinen Strafschlag bekommt? Jedenfalls gab es eine wilde Diskussion am Platz! Denn „Hallo“ : sowas kann ein Spiel entscheiden und in diesem Fall gings um einen Spritzer im Clubrestaurant. Da sagt man nicht einfach: „spiel weiter“!

Ein anderes Beispiel: Abschlag auf einem Par 3 – gegen die Sonne. Der Ball fliegt Richtung Green aber weder der Abschläger noch einer seiner 2 Mitspieler haben die Landung gesehen. Nachdem alle 3 Spieler Richtung Green marschieren, muss man leider feststellen, dass der Ball doch nicht das Green getroffen hat. Jetzt wird gesucht: neben dem Green, vor dem Green und hinter dem Green. Als alle schon aufgeben wollten, findet der Abschläger selbst seinen Ball hinten im hohen Gras. Juhu – welche Freude, muss er nicht zurücklatschen! Es folgt ein nicht so guter Chip aus dem hohen Gras aufs Vorgrün, dann ein toller langer Putt 40 cm zur Fahne. Jetzt sind die Kollegen zum Putten dran. Dafür zieht einer der beiden die Fahne aus dem Loch und mit der Fahne verlässt ein Golfball das Loch! Bumsti: jetzt hat unser Freund ein Hole-in-One geschlagen, dummerweise hat er es nicht gemerkt und hat sich – Betrüger wie fast jeder Golfer – einen zweiten Ball ins hohe Gras versteckt, um ja keinen Strafschlag zu kassieren. Tja – soll vorkommen: aber was sagt das altehrwürdige Regelwerk dazu? Disqualifikation oder nicht? Oder noch viel wichtiger: Muss er – wie üblich beim „Hole-in-One“ – alle Anwesenden im Clubhaus auf einen Drink einladen oder nicht?

Meine absolute Lieblingsregel dreht sich aber um das „GRABENDE TIER“! Offiziell ist ein „Erdgänge grabendes Tier“ ein Tier, das einen Bau als Unterkunft oder zu seinem Schutz anlegt! Dazu zählen unter anderem Kaninchen, Maulwurf, Murmeltier, Erdhörnchen oder Salamander. Hier geht es also nicht darum, dass solch ein Tier den Ball gefressen hat (dafür gibt es eigene Regeln!), sondern wenn mein Ball in den Erdgang von so einem Tier gelandet ist.

In diesem Fall gibt es genaue Regeln:

  1. Darf man selbst nach dem Ball graben, aber nur 5 Minuten.
  2. Wird man in dieser Zeit vom Tier gebissen, so erhält das Tier einen Strafschlag.
  3. Ist das Tier vom Ball ermordet worden, so erhält man selbst einen Strafschlag, darf aber das Tier – wenn essbar – in der Küche des Clubrestaurants in einer Pfanne straffrei droppen.
  4. Wird der Ball gefunden, das Tier gibt den Ball aber freiwillig nicht heraus, so darf man den Ball mit dem Tier vorsichtig spielen. Aufzupassen gilt es hier primär bei Vögeln und Reptilien, nämlich dass man den Ball nicht mit einem Ei verwechselt. Passiert das, dann erhält der Spieler einen Strafschlag und das Tier darf den Ball als Ersatz für das kaputte Ei behalten.

Wie auch geübte Nicht-Golfer damit sofort erkennen können, ist Golf ein sehr an die Natur angelehntes Spiel. Und die Natur ist so schwer zu berechnen, dass ich für mich selbst alle „Golf-Bunker“ dieser Erde automatisch „großflächig grabenden Tieren“ zuschreibe. Sprich: ich hole mir mit dem Rechen den Ball aus dem Sand, lege mir den Ball mittig aufs Fairway – und schlage schön zum Loch … nicht dass ich noch ein Tier oder dessen Eier verletze!

SCHÖNES SPIEL 🙂

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