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Nachdem meine bisherigen BLOGs primär einen beruflichen Focus haben, ist mir die Idee gekommen, einen privaten Blog zu meinem Lieblingshobby zu starten. Jeder der mich kennt, weiss dass ich seit nunmehr 5 Jahren ein begeisterter – wenn auch noch kein guter – Golfer bin. Und ja – ich gebe zu – dieser Sport fasziniert mich und ich versuche, so oft es geht, zu spielen. Ich werde kein Tiger Woods mehr werden und Geld werd ich wohl auch keines damit verdienen (eher muss ich viel dafür zahlen) aber die Sucht hat mich soweit gefangen, dass ich im Winter sogar mehrmals die Indoor-Anlage im Salzburgerhof besucht habe.

Jetzt ist aber der „gemeine“ Golfer ein völlig abstruses Wesen, dass der „gemeine“ Nicht-Golfer nur schwer versteht. Beispiel gefällig? Fragt man zum Beispiel einen Läufer wie oft er in der Woche trainiert, dann wird er stolz verkünden, dass er jeden zweiten Tag um den Zeller See läuft und an Wochenenden bei dem einen oder anderen Rennen mitläuft und im Winter wenn der Schnee liegt, dann steht er im Fitnessstudio am Laufband. Fragt man einen Ruderer, wie oft er im Boot sitzt, dann erklärt er stolz, dass bei jeder Gelegenheit das Boot im Wasser ist und stundenlang gerudert wird. Und bei Schlechtwetter gibt es das passende Rudergerät im Keller als Ausgleich! Fragt man hingegen einen Golfer, wie oft er denn trainiert, dann wird er sowas ähnliches sagen wie: „Ach heuer bin ich ganz selten dazugekommen!“ oder „Maximal einmal die Woche!“. In Wirklichkeit steht dieser befragte Golfer aber 5mal die Woche am Platz, teils allein, teils mit anderen. Bei Schlechtwetter wird in den überdachten Driving-Range-Plätzen abgeschlagen, dabei filmt er sich selbst, mit der neuesten Golf-Schwung-Analyse-App, um letzte kleine Fehler in der Bewegung zu erkennen. Am Wochenende dann wird Turnier gespielt, davor steht er auf dem Trainings-Green und übt Putten. Aber nein: man spielt ja fast nie!

Aber warum ist das so? Golf hat im Gegensatz zu Laufen, Radfahren oder Bergsteigen etwas dekatentes, etwas anrüchiges. Das ist kein wirklicher Sport – das ist ein Leute-die-zuviel-Zeit-haben-Spiel: ohne Sinn! Man nimmt dabei nicht ab, man wird nicht ausdauernder und wenn man sein Bag nicht selber trägt, dann tut man nichtmal was für die Rückenmuskulatur. Eigentlich sollte man sich was schämen! Böse Zungen behaupten, dass das Handicap aussagt, wieviele Stunden man pro Woche noch arbeitet! Ich liege gerade bei 21,1 und das mit den 21 Arbeitsstunden wird sich nicht ganz ausgehen. Aber ich gebe zu im Sommer meine Arbeitszeit in die frühen Morgenstunden und den späten Abend zu verschieben und wenn wie heute, draussen der Regen herunterballert, dann sitze ich lieber am Rechner, als bei Sonnenschein. Denn bei Sonne wird aufgeteet!

Wenn man mich fragt, was ich an diesem Spiel (ich schreibe jetzt bewusst nicht mehr Sport) so besonders ist, dann fällt mir eine gute Erklärung ein: ich kann beim Golf Weltklasse sein – nicht aber beim Tennis oder beim Skifahren! Sprich den Roger Federer werd ich in meinem Leben vermutlich nicht mehr mit 6:0 und 6:0 vom Platz fegen (zumindest nicht auf Sand) und dem Hermann Maier müssten sie wohl beide Haxn amputieren, damit ich ihn auf der Piste deklassiere! Anders beim Golf: Vor-Vorgestern zum Beispiel – da war ich Weltklasse. Und zwar habe ich am 9-Lochplatz in Weyregg am Attersee gespielt. Am 5er Loch (ein PAR 3): da wo die Leute von unten von der Sonnenterrasse raufschauen können! Genau da hab ich einen Senstations-Abschlag gehabt und die Kugel blieb 1,5 Meter neben der Fahne liegen. Und wäre das nicht genug, habe ich auch noch den Putt eingelocht und ein Birdie gespielt und alle (3 die gerade auf der Terrasse saßen) haben es gesehen! Das war Weltklasse und der Rory McIlroy wäre vor Neid erblasst und hätte sich selbst in eine nordirische Marmelade „eingerext“ – vor lauter Ehrfurcht! Einziges Problem: der Platz hat noch 8 weitere Löcher 😦 diese werden hier nicht erwähnt! Aber auf Loch 5 – da war ich Weltklasse!

SCHÖNES SPIEL 🙂

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